| In seiner "Lese-Ecke" - eine Nummer kleiner als der "Lesesaal" im Netzauftritt der FAZ - stellt das HDS seinen Gästen neue Bücher zum Thema "Sprache" vor. Es sind Bücher, die nicht nur für Sprachwissenschaftler lesbar sind, sondern für alle, die Freude an der Sprache haben, an unserer und anderen, und mehr darüber wissen möchten. | | Die Schriftgröße lässt sich mittels "Strg +" und "Strg -" stufenweise verändern.
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Schon einige Jahre erfrischt uns eine breite und kraftvolle Welle von Zeitungs-, Rundfunk- und Fernsehkommentaren zum Thema "Gegenwartssprache".
Die einen fragen ängstlich: Ist das Deutsche noch zu retten? Schwächelt es nur mal kurz? Wird es mit fremden Genen manipuliert? Braucht es Hilfe oder reicht die Selbstheilungskraft? Wird es systematisch verdrängt? Die anderen strahlen: Deutsch sei derzeit so lebendig wie selten zuvor, verjünge sich durch fremdsprachliche Frischzellen. Das Wiederaufleben seiner Dialekte und die Auffächerung der Gruppen- und Generationensprachen seien Zeichen neuer Vitalität. Als Fremdsprache liege es weltweit an guter dritter Stelle. Dieser Welle von Meinungsäußerungen folgt nun eine lebhafte Buchproduktion. In den Buchhandlungen findet man Tische oder Regale voller Neuerscheinungen zum Thema, auch allerlei Ratgeber für den Sprachgebrauch. Ilse Achilles, Gerda Pighin: Duden - Vernäht und zugeflixt! Von Versprechern, Flüchen, Dialekten & Co. , Mannheim 2008. ISBN 978-3-411-70356-2, 192 S., 12,95 Euro. Veronika Claßen, Armin Reins: Deutsch für Inländer. Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-17236-8, 299 S., 8,95 Euro. CUS: Der Coup, die Kuh, das Q. Das erstaunlichste Deutschbuch aller Zeiten. Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-821-86015-2, 272 S., 14,95 Euro. Olaus Faber: Das babylonische Handbuch der Sprache. Frankfurt am Main 2008. ISBN 978-3-8218-5832-6, 255 S., 14,95 Euro. Axel Hacke: Wortstoffhof. München 2008. ISBN 978-3-88897-508-0, 224 S., 16,90 Euro. Horst Michael Hanika: WortSchatz. Woher die deutschen Wörter kommen. München 2007. ISBN 978-3-7844-3092-8 , 239 S., 16,90 Euro Wolf Schneider: Speak German. Reinbek 2008. ISBN 978-3498063931, 191 S., 14,90 Euro. Ruprecht Skasa-Weiß: Fünf Minuten Deutsch. 2. Auflage, Stuttgart 2006. ISBN 978-3-608-94441-9, 208 S., 12,00 Euro. DEUTSCH perfekt Das aktuelle Magazin für Deutschlerner. Spotlight Verlag, Planegg. Monatlich (etwa 70 Seiten) 5,95 Euro (10,00 sfr).
Wohl zu Recht hoffen die Verleger auf Interesse, denn sie beobachten
- die Diskussion um die schwachen Muttersprach-Noten bei PISA, - die breite Verzweiflung über die Anglizismenflut, - den Bedeutungsverlust der deutschen Sprache in der internationalen Wissenschaft, - den Spaß an den jugendlichen Sprachformen oder den Zorn darüber, - die Entrüstung über die vermurkste Rechtschreibreform, - die Sorge um die mangelhafte sprachliche Integration der Einwanderer
und sicher noch einiges mehr. Über Bastian Sicks Erfolgsserie, die drei Folgen von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" und "Happy Aua", nur das: Ihm ist es gelungen, ein breites Publikum für seine Mischung aus amüsanter Beobachtung von zum Teil bizarren Fehlern und unaufgeregter Beratung zu erreichen. Die witzig vorgetragene, aber ernste Überzeugung "Es gibt richtiges und es gibt falsches Deutsch" wird offenbar von einer Mehrheit der deutschen Sprachgemeinschaft geteilt.
Sick hat einen entscheidenden Anteil am Erwachen des derzeit starken öffentlichen Interesses an unserer Sprache, auch wenn nicht alle mit allen seiner "richtig oder falsch"-Urteile einverstanden sind. |